China und Gutenberg – die Entwicklung der Druckpresse Teil 2

Technologien

In Straßburg begann Johannes Gutenberg, der als reicher Patriziersohn geboren wurde und dennoch als Finanzier, Edelschmied und später Drucker arbeitete, zunächst mit der Xylographie und der Entwicklung einer effizienteren Druckmethode zu experimentieren.

Wie die chinesischen Drucker Pioniere vor ihm, beschloss Gutenberg, dass er, um den Druckprozess zu beschleunigen, die herkömmlichen Holzblöcke in ihre Einzelteile zerlegen musste – Klein- und Großbuchstaben, Interpunktionszeichen und so weiter. Er fertigte diese beweglichen Buchstaben- und Symbolblöcke aus verschiedenen Metallen wie Blei, Antimon und Zinn. Deren außergewöhnlich praktische Legierung wird ebenfalls ihm zugeschrieben. Er kreierte auch seine eigene Tinte mit Leinöl und Ruß – eine Entwicklung, die eine wesentliche Verbesserung gegenüber den in China verwendeten wasserbasierenden Tinten darstellte.

Aber was Gutenberg von seinen Vorgängern in Asien wirklich abhob, war seine Entwicklung einer Presse, die den Transfer von Tinte von beweglichen Lettern auf Papier mechanisierte. In Anlehnung an die Schneckenmechanismen in Weinpressen, Papierpressen und Leinenpressen hat Gutenberg eine Maschine entwickelt, die sich perfekt zum Drucken eignet. Die erste Druckmaschine ermöglichte einen Fließbandproduktionsprozess, der wesentlich effizienter war als das manuelle Pressen von Papier. Zum ersten Mal in der Geschichte konnten Bücher in Massenproduktion hergestellt werden – und das zu einem Bruchteil der Kosten herkömmlicher Druckverfahren.